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Daten auswerten und Produktivität steigern – das funktioniert!

© contrastwerkstatt / stock.adobe.com

Folgendes Zitat eines Fachhandwerksunternehmers findet sich in einer aktuellen Studie der SRH Hochschule Heidelberg zum Thema „Big Data im Mittelstand“: „Vorträge über das, was in Silicon Valley bereits gemacht wird und wie sich die Produktion verändern wird, sind schon interessant. Aber was mache ich mit unseren alten Maschinen? Wie kann ich da den Anschluss halten, ohne gleich investieren zu müssen?“

Recht hat der Mann. Große Digitalisierungsvisionen sind zwar nett – lassen sich aber selten 1 zu 1 auf kleine Unternehmen übertragen. Ganz anders sieht es aus, wenn man, wie der Volksmund so schön sagt, „die Kirche im Dorf lässt“.

Alles ist relativ – auch Big Data

Laut Wikipedia bezieht sich das „Big“ in der Definition von Big Data auf die drei Dimensionen Datenmenge, Geschwindigkeit, mit der die Datenmenge generiert und transferiert wird, sowie die Bandbreite der genutzten Datentypen und -quellen. Erweitert wird diese Definition um die beiden Begriffe „unternehmerischer Mehrwert“ und „Datenqualität“.

Mit Big Data ist es wie mit der Digitalisierung im Allgemeinen: Zunächst geht es um die Erkenntnis, dass tatsächlich jedes Unternehmen von Daten aller Art und deren intelligenter Auswertung profitiert. Betrachten Sie also den (Big-)Data-Ansatz aus praktischer, unternehmerischer statt aus technologischer Sicht – dann sollte ein Schuh draus werden.

Wenn Sie (noch) keine Relevanz erkennen, dann halten Sie sich ganz einfach vor Augen, dass der Begriff „BIG“ relativ zu betrachten ist und es vor allem darauf ankommt, einen praktisch umsetzbaren Einstieg zu finden.

Produktivität dokumentieren und steuern

Beispiel: Wenn Sie – wie der oben zitierte Kollege – mit Maschinen und Anlagen arbeiten, die keine Daten aufzeichnen, dann ist es schon eine Überlegung wert, wie das zu ändern ist. Vielleicht mit einer Lichtschranke und einem Barcode-Scanner an der Plattensäge? Dann können Sie Daten zu den im Laufe eines Tages, eines Monats, eines Jahres gesägten Metern und zum verarbeiteten Material aufzeichnen und diese sogar einzelnen Kunden und deren Aufträgen bzw. Kostenstellen zuordnen.

Die Analyse dieser Daten verschafft Ihnen einen klaren Überblick über die Nutzung der Maschinen, den Materialeinsatz und die Verwendung der Arbeitszeit. Sie gibt Ihnen die Möglichkeit, über den digital festgehaltenen tatsächlichen Aufwand Ihre Kalkulation und Ihre Planung zu schärfen. Da kommt schon einiges an Produktivitätswissen zusammen.

Dasselbe gilt für Ein- und Ausgänge im Lager: Barcodes oder RFID-Tags produzieren Daten über Teile- und Materialflüsse in Ihrem Betrieb. Sie wissen, ob für einen Auftrag benötigte Materialien bereitliegen oder erst bestellt werden müssen. Die Auswertung dieser Daten über einen längeren Zeitraum zeigt Ihnen, was wie bevorratet werden muss. Mit dieser Methode bleiben Sie finanziell so liquide wie möglich, denn Ihr Lager bindet nur so viel Kapital wie nötig.

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