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Diese Anforderungen müssen mobile Apps für das Handwerk erfüllen

Mobile Apps gehören mit zu den wichtigsten Treibern der „operativen“ Digitalisierung. Sie decken ein großes Spektrum an Themen, Funktionen und Services ab. Die wichtigsten sind u. a.: mobile Datenerfassung und Datenzugriff, Lokalisierung (GPS), Überwachung, Dialog, Werbung, Zusammenarbeit, Einkauf, Kommunikation und Projektmanagement.

Unternehmer, Meister oder Gesellen werden ganz einfach in die Lage versetzt, schneller und effektiver zu kommunizieren, Arbeitsabläufe smarter zu gestalten, Reaktionszeiten zu verkürzen – oder anders ausgedrückt: wacher und beweglicher zu agieren.

Die wichtigsten Funktionsbereiche für mobile Apps sind:

Organisations-Apps
für Zeit- und Lohnerfassung, Fahrtkostenerfassung, Flottensteuerung, Teamkoordination, Kundenabrechnung und Kartenzahlung, Bedenkenanmeldung gegen Haftungsgefahren (!), Marketing-Apps für verbesserte Auffindbarkeit des eigenen Unternehmens etc.

Technische Apps
speziell für Wartung und Steuerung von Anlagen, Geräten bei Kunden

Fachspezifische Apps
zum Beispiel für Farbplanung beim Kunden, Bodenverlegungsvorschläge, Kanalsanierung, Materialberechnungen, Gefährdungsbeurteilung, Tapetenplanung etc.

Gewerksübergreifende Apps
mit Integration in Branchensoftware für Aufmaßerfassung, Auftragsbearbeitung, nahtlose papierlose (Daten-)Kommunikation zwischen mobilem Mitarbeiter und Büro, Katalogzugriff, Auftragsbearbeitung und -dokumentation, Buchhaltung, Abrechnung etc.

Beacons
Werbung und Push-Nachrichten an Handys und Tablets in der Umgebung mithilfe von im Auto oder Werkzeugkoffer mitgeführten Bluetooth-Beacons (mobil für Handwerker auf dem Weg durch die Stadt oder auf der Baustelle an Kollegen). Vorteil: Durch ständige Bewegung und wechselnde Einsatzorte kommen immer neue Ziel-Endgeräte ins Visier der Beacons.

Mit mobilen Apps können Sie Daten erfassen, abrufen, verknüpfen, auswerten. Sie können Maße nehmen und speichern, Mengen und Massen berechnet, Stunden und Zuschläge in Leistungspreise umwandeln und als Rechnung verschicken, Zahlungen annehmen und automatisch direkt in die Buchhaltung überführen.

Apps müssen neben den vorgegebenen Funktionen aber auch flexibel sein, um speziell Ihrem Betrieb den individuellen Nutzen zu bieten, den es im Tagesgeschäft braucht. Also: Nur dann, wenn Apps diese Anforderungen erfüllen, sollten Sie sie als alltagstaugliche Lösungen einstufen und die Integration in Ihre Abläufe in Betracht ziehen.

In Bezug auf die Bandbreite dessen, was eine App leisten sollte, ist – um ein Beispiel zu nennen – der Maßstab des Wartungsmonteurs anzulegen, der aus einer ihm fremden Maschine Fehlerprotokolle mithilfe „seiner“ App auslesen kann, um bei einem Industriekunden den GAU des Unternehmensstillstands abzuwenden.

Oder des Heizungsbauers, der mit seinem Tablet einen Privatkunden per Fernzugriff via Internet dabei unterstützt, seine neue Heizungs- und Klimaanlage auf die gewünschten Werte einzustellen etc.

Fazit

Noch bieten viele – vor allem die als „Stand-Alone” angebotenen – Apps nicht die (Daten-)Verknüpfung zu bereits im Unternehmen vorhandenen Lösungen. Ihr Mehrwert ist dennoch nicht von der Hand zu weisen: die schnelle Hilfe bei der Abwicklung eines Vorgangs im Arbeitsalltag.

Das kann die mobile Rechnungsstellung unterwegs inklusive direkter Bezahlung durch den Kunden via Mobile Payment genau so sein wie die unkomplizierte Ermittlung eines (vorläufigen) Preises für die Renovierung eines Zimmers. Im einen Fall gibt es bestenfalls eine Standardschnittstelle, über die die Rechnungsdaten mit dem Finanzbuchhaltungsmodul der eingesetzten Branchenlösung automatisch synchronisiert werden können. Im anderen Fall gibt es vielleicht keine Möglichkeit der Datenübernahme. Dafür hat man sich gegebenenfalls aber durch die Nennung eines (belegbaren) Schätzpreises einen Auftrag gesichert.

Also: Es gibt durchaus noch viele Verbesserungsmöglichkeiten in den meisten zur Verfügung gestellten App-Systemen. Aber Sie sollten sich dadurch nicht davon abschrecken lassen, jene Nutzeneffekte mitzunehmen, die Ihr Geschäft weiterbringen!

Unser Praxistipp:

In der von der Handwerkskammer Stuttgart empfohlenen kostenlosen App „App-Atlas für das deutsche Handwerk“ bekommen Sie Empfehlungen für mobile Handwerker-Profi-Apps, mit denen Sie Ihre Geschäftsprozesse digital optimieren können. Die Apps wurden von Innovationsberatern der Handwerkskammern und Handwerksmeistern aus verschiedenen Gewerken in folgende Einsatzfelder kategorisiert:

  • Abrechnung
  • Auftragsbeschaffung
  • Auftragsdurchführung
  • Fahrten & Fahrtkosten
  • Kommunikation
  • Verwaltung
  • Zeiterfassung

Die Praxistauglichkeit der empfohlenen Lösungen wurde im Rahmen einer Forschungsstudie im Studiengang Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Heilbronn ermittelt.

Ein Video zum App-Atlas zeigt, wie die App funktioniert und wie Sie die Weiterentwicklung des App-Atlas unterstützen können:


Und hier die Download-Links für den App-Atlas:

Im iTunes App-Store für Apple/iOS-Geräte: https://itunes.apple.com/us/app/appatlas-handwerker/id1102512847

Im Google Play Shop für Android-Geräte: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.econsor_mobile.app_atlas

Foto: © ra2 studio /stock.adobe.com

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