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Sie hinterlassen viele Spuren im Internet

Sie hinterlassen viele Spuren im Internet

Wie sieht bei Ihnen ein typischer Tag im Internet aus? Wahrscheinlich lesen Sie Nachrichten und Ihre E-Mails, recherchieren auf Suchmaschinen, laden ein paar Bilder für die Kunden auf Instagram hoch, checken Ihre Messenger-Gruppen und setzen selber Textmitteilungen, Fotos etc. ab. Facebook wird auf neue „Likes“ kontrolliert und schließlich bestellen Sie bei den Großhändlern Ihrer Wahl Materialien für Kundenaufträge.

Ihre Spuren im Netz

Natürlich sind Ihre Endgeräte mit einer webbasierten Antivirus- und Firewall-Lösung geschützt, Ihre Passwörter sicher ausgewählt. Dennoch hinterlassen Sie Spuren im Internet. Es ist Ihnen sicher schon aufgefallen: Die auf vielen Seiten eingeblendeten Werbebanner passen erstaunlich oft zu Ihrem Surfverhalten.

Wie das geht? Während Sie Suchmaschinen nutzen oder auf E-Commerce-Seiten Produkte auswählen, werden Daten gespeichert. Ohne spezielle Tools sind diese „Augen“ für Sie völlig unsichtbar! Die meisten Websites nutzen diese Daten nur, um den Seitenbesuch und Ihre Interaktionen persönlicher zu gestalten.

Zum Einsatz kommen dafür sogenannte „First-Party-Cookies“, auch Primär-Cookies genannt. Das sind kleine Dateien, die von der besuchten Website im Browser Ihres Endgeräts abgelegt werden, um sich zum Beispiel Spracheinstellung, Ansichtseinstellungen wie Schriftgröße oder den Inhalt Ihres Warenkorbs im Onlineshop zu merken – auch über das Ende einer Sitzung hinaus.

Meist geht es um gezielte Werbung

Weniger „harmlos“ sind sogenannte Third-Party-Cookies. Sie werden über Drittanbieter platziert und dienen dazu, Ihr Nutzerverhalten aufzuzeichnen. Werbeagenturen, Shopbetreiber und Websitebetreiber, die das Besucherverhalten genauer analysieren möchten, arbeiten mit solchen Drittanbietern zusammen und greifen auf die von Ihnen erzeugten Datenspuren zu.

Sie können mit weiteren Trackingmethoden wie zum Beispiel eigenen Cookies und Zählpixeln aufzeichnen, wo Sie sich im Internet bewegen, welche Links Sie anklicken, in welcher Reihenfolge Sie Seiten aufrufen und mit welcher Seite Sie die Website verlassen.

Davon merkt der normale Internetnutzer ohne Hintergrundwissen nichts. Aber alle diese über einen längeren Zeitraum aufgezeichneten Daten lassen sich gezielt auswerten. Sie sagen sehr viel darüber aus, welche Vorlieben Sie haben. Und je mehr Spuren Sie hinterlassen, desto genauer wird Ihr Profil. Sie werden serverübergreifend verfolgt.

Das Ergebnis sind exakt auf Ihr Verhalten ausgewählte Werbeanzeigen und auf Ihr Verhalten abgestimmte Suchergebnisse. Wenn die besuchten Websites Ihnen nicht anbieten, Cookies abzustellen, bieten die meisten Internetbrowser die Möglichkeit, in den Nutzereinstellungen diese Verfolgungsmechanismen stufenweise einzuschränken.

Das bedeutet aber auch, dass Sie – je nachdem, wie „privat” Sie den Browser einstellen – nach Beendigung einer Sitzung nur die Links behalten, die Sie selbst aktiv in Ihre Lesezeichenordner gestellt haben. Die Browserhistorie ist „weg“. Auch Website-Einstellungen gehen zum Beispiel dann verloren, wenn Sie die Primär-Cookie-Speicherung abschalten.

Durchleuchten Sie den Datenhintergrund

Wenn Sie einmal sehen möchten, wer sich alles „an Ihre Fersen heftet“, während Sie im Internet unterwegs sind, dann können Sie das zum Beispiel im Mozilla-Browser Firefox tun. Dafür gibt es ein kleines Zusatzprogramm – auch Plug-in genannt – mit dem Namen Lightbeam.

Dieses spezielle Browser-Plug-in für Firefox zeigt Ihnen grafisch an, wie Ihr Internetverhalten von Dritten aufgezeichnet werden kann. Die Erweiterung wurde unter der Mozilla Public License veröffentlicht und wird von der Ford Foundation unterstützt.

Sie werden erstaunt sein, wie vernetzt Sie „plötzlich“ sind, obwohl Sie doch „nur“ mal nach der Bau-Wettervorhersage für die nächste Woche gesucht haben ☺. Wie das Ganze im Einsatz aussieht, wird in diesem Video auf YouTube beschrieben.

Ein Tipp: Lightbeam funktioniert nicht, wenn Sie im Firefox-Menü unter Einstellungen→Datenschutz das Anlegen einer Chronik abgeschaltet haben. Auswertbare Daten liegen dann auf dem eigenen Computer nicht mehr vor. Bei den Drittanbietern fallen die Daten allerdings weiterhin an.

Und falls Sie nicht den Firefox-Browser benutzen: Sie können sich auf der (englischsprachigen) Website www.MyShadow.org einen Eindruck davon verschaffen, welche Daten durch Surf-Tracking anfallen.

Foto: © Skórzewiak / stock.adobe.com

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