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Erst Akzeptanz im Betrieb schaffen – dann konsequent digitalisieren

Sie wollen Ihren Betrieb digitalisieren, haben bereits einen Plan gemacht, demnächst soll’s losgehen? Prima. Nur noch eine Frage: Wissen Ihre Mitarbeiter schon Bescheid? Sind sie einverstanden, motiviert? Haben Sie das Feedback ernst genommen und gemeinsam einen Bedarf ermittelt? Perfekt. Sie befinden sich auf dem besten Weg!

Oder wollen Sie Ihr Vorhaben etwa im Alleingang durchziehen? Dann wird Ihr Plan nicht funktionieren. Holen Sie schnellstens Ihre Mitarbeiter ins Boot. Denn sie sind es, die sich mit grundlegenden Veränderungen und neuen Technologien im Arbeitsalltag zurechtfinden müssen.

Hier erfahren Sie, wie es gelingt, nicht nur das Wissen Ihrer Mitarbeiter als elementaren Bestandteil von Digitalisierungsvorhaben zu verstehen, sondern sie gleichzeitig für die Thematik zu begeistern.

Warum Digitalisierung nur gemeinsam funktioniert – nie allein.

Die große Sommergrillparty ist vielen noch in Erinnerung. Da feierten Mitarbeiter mit dem Chef, spielten gemeinsam Tischfußball, machten auf Du, und alle hatten das Gefühl, Teil des Unternehmens zu sein. Eine Woche später knallte der Chef eine neue Software auf den Tisch, die keiner wollte, keiner verstand und ab sofort jeder nutzen sollte. Gefragt wurde niemand. So oder so ähnlich sieht es leider nach wie vor in vielen Betrieben aus.

Mitarbeiter sind die wichtigste Säule eines Unternehmens. Die meisten Inhaber wissen das. Dennoch fehlt in vielen Betrieben die Wertschätzung. Wertschätzung in Form von Teilhabe, Mitbestimmung, Selbstverantwortung und vor allem Mitgestaltung. Und zwar zu einem frühen Zeitpunkt.

Beim Thema Digitalisierung zeigt sich besonders gut, mit welcher Unternehmens- und vor allem Führungskultur man es zu tun hat. Ein Chef, der seine Mannschaft partizipativ in Veränderungsprozesse mit einbezieht, wird auf lange Sicht erfolgreicher sein, mehr Umsatz generieren, zufriedenere Kunden haben und auf Mitarbeiter zählen können, die stolz sind, im Unternehmen zu arbeiten.

Wie Sie Ihre Mitarbeiter am besten auf die digitale Reise einstimmen – und begeistern

Es ist Aufgabe jedes Chefs zu erreichen, dass seine Mitarbeiter (digitale) Veränderungen verstehen, akzeptieren, mitentwickeln, optimal anwenden und weiterentwickeln. Die Möglichkeiten, die hier zur Verfügung stehen, sind vielfältig. Das Ziel ist immer dasselbe: einen gemeinsamen „digitalen Workspace“, einen Raum, zu schaffen, in dem Ideen wachsen können und die Digitalkompetenz gefördert wird. Alle an einen großen Tisch oder an viele kleinere Tisch zu bringen, dient nicht zuletzt auch der Vernetzung untereinander und fördert kollegiales Arbeiten.

In die Tiefe gehen – Seminare und Workshops

Ein häufig angewandtes Mittel, um neue Themen zu erörtern, sind Seminare oder Workshops, die sich entweder überschaubaren Themenbereichen oder ganzen Digitalisierungsstrategien widmen. Wichtig dabei sind die Interaktion und eine offene Kommunikationskultur. Hier sollten alle Mitarbeiter die Möglichkeit bekommen, Ideen, Anregungen und Wissen auszutauschen. Die Veranstaltungen sind in der Regel moderiert und sollten strukturiert ablaufen. Bei Workshops handelt es sich nicht um Kummerkasten, sondern sie bieten den geeigneten Raum, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Wichtig: Sie sollten nie ohne konkrete Ziele bzw. eine klare Aufgabenverteilung aus dem Seminar oder Workshop gehen. Nur so sind Veranstaltungen dieser Art effektiv und nachhaltig.

Mitarbeiterkompetenz stärken – Blended-Learning-Programme

Mit einer Mischung aus Online- und Präsenz-Modulen haben alle Beteiligten die Möglichkeit, Digitalkompetenz zu erwerben bzw. gemeinsam eine Digitalisierungsstrategie umzusetzen und damit in die Materie quasi hineinzuwachsen. Diese Methode hat sich als besonders effektiv herausgestellt, wenn es darum geht, Digitalisierungsvorhaben in Unternehmen umzusetzen, da sie die größtmögliche Flexibilität bietet, auch von unterwegs oder von zu Hause aus Wissen aufzunehmen.

Raum schaffen – Plattformen bieten

Auch Design Thinking, Innovation Days oder kleine regelmäßige Gruppen-Meetings sind ideal, um Mitarbeiter in Veränderungsprozesse einzubeziehen. Ob 5 oder 50 Leute gemeinsam an einem Projekt arbeiten, spielt keine Rolle. Entscheidend sind zwei Dinge: eine klare Struktur und ein durchgängiger Prozess, der zum Erfolg führt. Wichtig ist jedoch, immer klare Visionen, Ziele und Aufgaben zu entwickeln.

Machen lassen – praxisbezogene Projekte

Laden Sie Ihre Mitarbeiter ein, sich den Themen rund um die Digitalisierung spielerisch zu nähern, indem Sie sie beispielsweise mithilfe eines neuen digitalen Tools ihren Arbeitstag strukturieren lassen oder eine andere leichte Projektaufgabe vergeben, die Effizienzgewinne garantiert. Ausprobieren ist immer noch besser als dröge Theorie. Werden hier bereits positive Erfahrungen gemacht, sind Veränderungen leichter umzusetzen.

Packliste für Ihre gemeinsame Reise

Wie der Raum, den Sie für Digitalisierungsprojekte wählen, auch aussieht, ob Sie ein großes Ding daraus machen oder kleinere themen- oder projektbezogene Zusammenkünfte anberaumen, an der folgenden Fragen-Checkliste werden Sie nicht vorbeikommen. Sie ist die absolute Basis für die gemeinsame Ausarbeitung Ihrer digitalen Reise.

Finden Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern Antworten auf jede der folgenden Fragen:

  • Warum tun wir das / welchen Bedarf gibt es?
  • Wo wollen wir hin / können wir eine gemeinsame Vision definieren?
  • Was tun wir / welche konkreten Schritte bzw. Prioritäten werden festgelegt?
  • Welche Werkzeuge stehen uns hierfür zur Verfügung / welche Tools gibt es?
  • Welche Auswirkungen haben die Maßnahmen auf unser Unternehmen und die tägliche Arbeit?
  • Welches sind die Effizienzgewinne jedes einzelnen Mitarbeiters?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, die digitale Kompetenz im Unternehmen nachhaltig zu fördern?
  • Welche Anteile unseres Stammgeschäftes sind von der Digitalisierung „betroffen“ / was bleibt, was geht?
  • Wie lassen sich „alte“ und „neue Welt“ synergetisch verbinden?
  • Welchen konkreten Mehrwert haben unsere Kunden durch die geplanten Maßnahmen?

Wie gut kennen Sie „Ihre Leute“?

Eine partizipativ ausgelegte Strategie hat noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie fungiert als eine Art Stimmungsbarometer. Bei dieser Gelegenheit, bei der sämtliche Bereiche auf den Prüfstand kommen, erfahren Sie, was Ihre Mitarbeiter brauchen, wo sie der Schuh drückt, wo Optimierungsbedarf besteht. Kurz: Sie kommen damit sehr nah an Ihre Mitarbeiter heran. Zufriedene Mitarbeiter sind produktiv. Und damit sind sie die beste Lebensversicherung für Ihr Unternehmen. Auch in Krisenzeiten. Was kann also wichtiger sein, als ganz genau zu wissen, wie sie ticken und was sie brauchen?

Fazit

Digitalisierung ist vor allem eines: komplex. Chefs sind deshalb aufgefordert, das kollektive Wissen und die Erfahrung ihrer Mitarbeiter gezielt in ihre Digitalisierungsvorhaben einfließen zu lassen und entsprechende Handlungsspielräume zu schaffen, um diese nachhaltig umzusetzen. Mitarbeiter sind Mitgestalter von Veränderungen im Unternehmen. Vergessen Sie nicht: Wertschätzung schafft Wertschöpfung. Je mehr Sie Ihre Mitarbeiter einbeziehen, desto zielführender ist es für Ihre Digitalisierungsstrategie.

Foto: © Fxquadro / stock.adobe.com

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