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Auszubildende entscheiden sich lieber für digital affine Handwerksbetriebe

In einer von der HypoVereinsbank in Auftrag gegebenen Studie zu Trends und Potenzialen in der Bauwirtschaft bis 2020 heißt es unter anderem, dass – analog zur Industrie 4.0 – die Baubranche eine intelligente „Baustelle 4.0“ benötige.

Die zu erreichenden Ziele:

  • die Vernetzung aller (!) Gewerke und Maschinen
  • die Optimierung der Prozesse in allen Bauphasen mit dem Ergebnis einer gesteigerten Produktivität
  • die Festigung der Wettbewerbsfähigkeit
  • die Erschließung neuer Geschäftsfelder
  • die Einbindung intelligenter Technologien im Bereich der Gebäudetechnik (Smart Homes)
  • die Integration innovativer Entwicklungen wie 3-D-Drucker oder Roboter und Virtual Reality

Um diesen Zielen zügig näher zu kommen, müssen sowohl in der Bauwirtschaft als auch in den betreffenden Gewerken und Betrieben des Handwerks die Attraktivität der Ausbildung und die damit verbundenen Karrierechancen gesteigert werden.

Dafür ist die (Weiter-)Entwicklung moderner, digital unterstützter Ausbildungskonzepte durch die Organisation sicher ein wichtiger Schritt.

Zusätzlich ist es aber auch wichtig, dass Sie in Ihrem Betrieb die Digitalisierung sowohl im Rahmen der Ausbildung künftiger Fachkräfte akzeptieren als auch in der täglichen betrieblichen Praxis intensiv (vor-)leben.

Digitalisierung gehört unbedingt zur Ausbildung

Der Bundesrat hat im vergangenen Jahr das bestehende Berufsbildungsgesetz und die Handwerksordnung überarbeitet. Eine der Neuregelungen betrifft die Azubis: Es ist ihnen nun „offiziell“ gestattet, das Berichtsheft handschriftlich ODER digital zu führen.

Diese Regelung gilt für Ausbildungsverträge, die ab dem 1. Oktober 2017 geschlossen wurden. Allerdings hat der Ausbildungsbetrieb das „letzte Wort“: In welcher Form das Berichtsheft vom „Azubi“ geführt wird, ist im Ausbildungsvertrag zu regeln.

Digitales Berichtsheft gibt es kostenlos im Netz

Das staatlich geförderte Online-Berichtsheft BLok (https://www.online-ausbildungsnachweis.de) kann zur digitalen Erstellung der Ausbildungsnachweise per Notebook, Desktop-PC, Tablet oder Smartphone kostenlos genutzt werden. Eine Erinnerungsfunktion verhindert, dass Berichte vergessen werden. Auch Ausbilder, Berufsschule und Handwerkskammer können das Berichtsheft online einsehen.

Eine Auswahl von weiteren Anbietern digitaler Berichtshefte finden Sie im Internet: https://ausbilderwelt.de/digitales-berichtsheft-tippen-wischen

Digitalisierung macht Spaß …

Wir empfehlen Ihnen: Akzeptieren Sie die digitale Variante des Berichtshefts bei Ihren Auszubildenden. Die Gründe sind vergleichbar mit den Argumenten für die Nutzung digitaler Zeiterfassung, Lieferscheine, Rechnungen, Montageberichte u. v. m.:

  • weniger „Papierkram“, stattdessen „digitale Ordnung“
  • jederzeit möglicher, kontrollierter Zugriff mit x-beliebigen Endgeräten
  • aktueller Stand durch die Möglichkeit, Einträge sofort und überall zu erstellen
  • saubere Unterlagen, die „sich sehen lassen“ können
  • zeitnahe, einfache Korrektur oder Kommentierung durch den Ausbilder
  • geringeres „Verlustrisiko“ gegenüber einem papierbasierten Ordner
  • leserliche Ausbildungsberichte, die nicht vor Rechtschreibfehlern „wimmeln“
  • bessere Prüfungsvorbereitung durch sauber strukturierte Ausbildungsnachweise
  • digitale Unterschrift und Vorlage eines sauberen, vollständigen Berichtshefts vor dem Prüfungsausschuss

… und erhöht die Attraktivität Ihres Betriebs!

Lassen Sie es nicht nur beim digitalen Berichtsheft bewenden. Integrieren Sie möglichst umfangreiche digitale „Funktionen“ in alle Abläufe Ihres betrieblichen Alltags und somit in die Ausbildung.

Junge Leute brauchen genau diese praktischen digitalen Kenntnisse in Verbindung mit den grundlegenden typischen Fertigkeiten des Handwerksberufs, den sie bei Ihnen erlernen. Nur dann können sie sich eine Karriere in einem Handwerk mit Zukunft aufbauen. Und Ihr Betrieb profitiert schlussendlich von der Produktivität gut ausgebildeter Fachkräfte, die nicht nur gerne in Ihren modernen Betrieb kommen, um zu lernen, sondern auch gerne bleiben, um für Sie zu arbeiten!

Foto: © industrieblick / stock.adobe.com